Niemand muß dich extra zwingen
wenn du selber mitmachst
niemand muß dich gleichschalten
wenn du dich selber gleichsetzt
um auf dem Markt zu konkurrieren
und dich vergleichen zu können
um zu den Siegern und nicht
zu den Verlieren zu gehören
Aus dem Song Der Tausch (Verschwörung aller gegen alle) von Egotronic feat. classless Kulla.
Das ist eine außergewöhnlich gute und genaue Feststellung, daß eben nicht die anderen (die da oben!) Schuld haben und man selbst Opfer oder wenigstens innocent bystander ist. So ist es eben nicht. Aber es hat sich so in alle Diskurse gefressen, daß alles, was man dagegen sagt, wie Worte in den Wind zu sprechen ist. Diese Haltung sorgt dann auch dafür, daß die großen Problemfelder der Gegenwart, wie class, race und gender, davon weitgehend unberührt geblieben sind. Streckenweise wird es klar nur noch bei Leuten wie Butler, Gilroy, Müller und Roediger. Für den, der es lesen kann. Kann das überwunden werden? Und was danach?
“Plonger [...] [a]u fond de l’inconnu, pour trouver du nouveau!”

Naja, es ist ja absichtlich kausal formuliert… Aber wie genau hebe ich jetzt das Kapitalverhältnis auf?
Da fragst du den falschen.
Ich komme aus der Pessimismusschule des Herrn Müller.
=(
Okay, rhetorische Frage – rhetorische Antwort…
Ich bin, glaub ich, noch nicht weiter als an dem Punkt, wo man noch feststellt und kritisiert. Und auch die von mir globten Leute schwächeln alle ziemlich, wenn sie ins Positive wechseln. “Undoing Gender” ist z.B. ein ziemlicher Hühnerhaufen. Oder der ganze Quatsch, den Derrida seit 1989 geschrieben hat.