Pflichterfüllung



Als die ersten Demonstranten die Flaggen erkannten, stand P. mit seiner Freundin auf der Straße, in unmittelbarer Nähe. Er hatte den Zug begleitet, weil er eventuelle Hetzparolen dokumentieren wollte. Was sich angesichts der Flaggen entwickelte, nennt P. “eine Lynchstimmung”. “Tod Israel”, sei von einigen Demonstranten geschrien worden, und “Verrecke!”. Die Polizei erschien ihm überfordert.

“Plötzlich”, berichtet der Student weiter, “sah ich einen Polizisten auf dem Balkon im zweiten Stock”, der zur Wohnung unter seiner eignen gehört. Der Beamte riss die eine Israelfahne, die an P.s Balkon befestigt war, ab. Kurze Zeit später sah P., wie in seinem eigenen Wohnzimmerfenster ein Beamter die innen angebrachte Fahne abmachte.

Die Aktion der Polizei löste bei den Demonstranten Jubel aus.

(spon)

“Sie riefen immer wieder Parolen wie “Vergast die Juden”, “Ermordet die Juden” und “Steckt die Juden in die Gaskammer”. Ich war erschrocken dass die Kirche so etwas auf ihrem Gelände duldet. Das hat doch mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Man darf doch nicht die Ermordung anderer Menschen fordern.” Die Polizei rief B. nicht – denn die war ja schon vor Ort – zog es aber vor nicht einzugreifen: “Die Polizei stand direkt daneben und muss alles mitbekommen haben. Gehandelt hat sie aber nicht.” Die Aufforderung zum Genozid an den Juden war der Polizei später noch nicht einmal eine Erwähnung wert. In der Pressemitteilung zur Demo heißt es lapidar, die Demonstration sei friedlich verlaufen. Nur ein paar Schneebälle seien auf die Polizei geworfen worden: “Dabei rutschte ein Jugendlicher auf dem glatten Untergrund aus und zog sich eine Kopfplatzwunde zu. Ein Rettungswagen brachte ihn zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus.”
Auch die Ordner, die Demonstration war von deiner “Parteilosen Wählergruppe Gelsenkirchen (PWG)” angemeldet worden, hätten die Hetzparolen gehört ohne einzugreifen, so B.. Wie gut das keine Israelfahne die zünftige Proteststimmung störte.

(ruhrbarone)

Skandalös ist auch das Verhalten der Mainzer Polizei. Während er gegen die anti-israelische Demonstration offenbar nichts einzuwenden hat, äußerte Polizeisprecher Kai Süßenbach gegenüber dem SWR die Ansicht, dass die israelsolidarische Aktion – das Zeigen der Fahne des jüdischen Staates! – eine „Provokation“ darstellen würde, da die Beteiligten keine Israelis waren.

(ak antifa mainz)

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