“Null Punkte aus Israel”

Bei Jörg Marx eine schöne Darstellung von selbstbewußten Deutschen, die gestern im Freudentaumel (so etwa)über die “nationale Leistung” sauer auf die unbotmäßige Benotung aus Israel waren. Unter anderem postet er diesen Auszug aus dem #esc twitterfeed (click on image to enlarge or go directly to Marx’ blog).

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17 thoughts on ““Null Punkte aus Israel”

  1. eigentlich ist das hier nur ein beweis, dass meine abneigung gegenüber dieser scheinheiligen musikalisch trivialen national-horror-veranstaltung gerechtfertigt ist.

  2. Nein, ist es nicht. Das ist ja nicht an diese wundervolle Veranstaltung gebunden, sondern das ist ja das neue deutsche Selbstbewußtsein, eine Kultur die sich, wie ich schon schrieb, Wilhelminisch (also W II)gibt.

  3. Ich verpasse es in keinem Jahr. In diesem Jahr hatte ich die Wahl zwischen der langen Bonner Theaternacht und dem ESC…meine Wahl war klar.

  4. Wenn man Paul Auster mit Genuss liest, ist es vllt gewagt, andere Kulturerzeugnisse als trivial zu kasteien, hm?
    ;)

  5. Also auf BILD-Niveau kannst auch du Literaturarroganzling Auster noch nicht herabziehen. Da aber ist diese Singe-Farce angesiedelt. Ich hätte nie gedacht, dass ausgerecht du, der sich immer als so intellektuell geriert, solch ein Humpa-humpa gern hörst, Himmel hilf!

  6. Ich geriere mich nicht intellektuell, immerhin ist der letzte Roman den ich gelesen habe einer von John Grisham.

    Du verwendest hier ja IMo unzulässig “Bild” als Chiffre für Trivialkultur und eigentlich auch direkt proletarische Kultur, das ist problematisch. Wenn es in der Bild primär um Musik und Literatur ginge, wäre es nicht das ärgerliche Blatt, das es ist. DIE ZEITUNG ist ja politisch, was auch das hauptsächliche Problem darstellt.

    Der ESC ist ja mehr als die Summe der Musik die dort gespielt wird, es ist ein Gesamtkunstwerk, von der Moderation, über die visuelle Seite der Auftritte bis hin zu eben der Musik. Als Gesamtprodukt hat es, in guten Jahren, eine irrsinnige Energie und Kraft, die weit über Paul Austers kümmerliches Werk hinausreicht.

  7. Mit diesem deinem ausführlichen Drumherum-Erläutern willst du also sagen, das diese Singe-Aktion NICHT POLITISCH wäre. Wohlan… träum weiter.

  8. Nein, aber man muss doch Trennschärfe zeigen. Das ist ein ästhetischer Wettbewerb. Dass er, wie alle Kunst, eine politische Komponente enthält, ist fraglos. Man kann ihn allerdings ohne Verlust auch rein ästhetisch lesen und wahrnehmen.

    Aber ich frage mich schon wie diese Kritik mit der genussvollen Lektüre von Paul Auster, der ja immerhin politisch höchst reaktionär schreibt, zusammengeht. Ich fürchte ja, es läuft wieder einfach auf ein ästhetisches Vorurteil hinaus.

  9. Soso. Aber ich find das eben alles andere als ästhetisch. Und das hat nichts mit Vor-Urteil zu tun, sondern mit persönlichem Urteil. Oder darf man deiner Meinung nach keine Urteile fällen?

    Wenn’s dir gefällt, guckst du vielleicht auch gern Deutschland sucht den Superdeppen und Germany’s Next Toptrottelin oder sowas. Wie man sich bettet, so liegt man. Und ich will das eben nicht. Das ist mir alles viel zu hohl und nichts sagend. Und flüchtig. Insofern also trivial, austauschbar, unbedeutend. Etwas, wofür ich mich schämen würde, wenn Außerirdische das als Teil ihres Menschheitsbilds mitbekämen.

    Daher ist mir dein Verteidigungsgefasel – Gesamtkunstwerk blablabla – ehrlich gesagt schnuppe. Frön du doch deinem Anspruch selbst und lass mich damit ihn Ruhe. Für mich ist es eben nun mal Müll!

    Und was Kunst angeht, denkst du ja offenbar immer, das gut ist, was du für Kunst hältst. Ich behaupte mal ganz scharf, wenn’s umgekehrt wäre, wenn ich das gut fände und du nicht, dann würdest du weit schärfer als ich dagegen reden! Das haben wir ja wohl schon erlebt. Und jdes mal stellst du deine Meinung als “Wissen” hin, damit du legitimiert bist, es gut oder schlecht zu finden.

    Und wenn es schon um hinkende Vergleiche geht, dann hinkt mein Vergleich des Niveaus einer Zeitung und diesem nationalistischen Singe-Wettstechen weit weniger als dein Vergleich zwischen letzterem und dem literarischen Schaffen von Auster.

    Oder sind wir wieder da, wo du allein alle Maßstäbe in deinen göttlichen Fingern weißt?

  10. BTW Just to let you know: I’m going to bed now. No further answers to be expected before tomorrow night. IF there was anything left to say, that is.

  11. Du findest es nicht ästhetisch ansprechend. Den ästhetischen Aspekt hat es aber qua definitionem. Dir mißfällt nur seine Ästhetik. Das ist völlig in Ordnung.

    Ich stelle meine Meinung nicht als “Wissen” hin.

    Nach wie vor finde ich interessant, daß du moralische Entrüstung vortäuschst, wo du doch bei Schriftstellern die du gut findest, deren hochreaktionäre schreibe dankend goutierst.

    Was deine Auslassungen zum Nationalismus betrifft, mußte ich natürlich an dieses hier denken http://www.youtube.com/watch?v=G2y8Sx4B2Sk
    (fantastischer Film übrigens).

    Schlaf gut.

  12. Ich denk, die “Discussion” hat sich grad mal wieder erübrigt. Du setzt tatsächlich wie immer für alles die Maßstäbe. Herzlichen Glückwunsch auch. Und Tschüss.

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