Archive for the 'die guten Deutschen' Category

08
Jun
12

Stahlhelme

Hansi Flick trifft den richtigen Ton in seinem Kommentar über die kommenden Aufgaben bei der Fussball-EM:

Da heißt es einfach Stahlhelme aufsetzen

Da können sich die Deutschen richtig freuen. Wenigstens geht es nicht gegen Israel. Ansonsten gilt: ich wünschen allen Gegnern der Deutschen Fußballnationalmannschaft viel Erfolg und drücke die Daumen für ein Vorrundenaus 2012!

25
Feb
12

Kollektiv

Kollektivschuld. Das ist natürlich blanker Unsinn, sofern es impliziert, die Gemeinschaft der Deutschen habe ein gemeinsames Bewußtsein, einen gemeinsamen Willen, eine gemeinsame Handlungsinitiative besessen und sei darin schuldhaft geworden. Es ist aber eine brauchbare Hypothese, wenn man nichts anderes darunter versteht als die objektiv manifest gewordene Summe individuellen Schuldverhaltens. Dann wird aus der Schuld jeweils einzelner Deutscher – Tatschuld, Unterlassungsschuld, Redeschuld, Schweigeschuld – die Gesamtschuld eines Volkes. Der Begriff der Kollektivschuld ist vor seiner Anwendung zu entmythisieren und zu entmystifizieren. So verliert er den dunklen, schicksalhaften Klang und wird zu dem, als das er allein zu etwas nütze ist: zu einer vage statistischen Aussage. Vage statistisch, sage ich, denn es fehlen präzise Angaben, und niemand kann feststellen, wieviele Deutsche die Verbrechen des Nationalsozialismus erkannten, billigten, selbst begingen oder in ohnmächtigem Widerwillen in ihrem Namen durchgehen ließen. Doch hat von uns Opfern jeder seine eigene, wenn auch nur approximative und ziffernmäßig nicht ausdrückbare statistische Erfahrung gemacht, denn wir lebten ja – in der Illegalität unter deutscher Besatzung im Ausland, in Deutschland selber, arbeitend in Fabriken oder gefangen in Kerkern und Lagern – in den entscheidenden Jahren mitten im deutschen Volke. Darum durfte und darf ich sagen, es seien mir die Verbrechen des Regimes als kollektive Taten des Volkes bewußt geworden. Jene, die im Dritten Reich aus dem Dritten Reich ausgebrochen waren, sei es auch nur schweigend, durch einen bösen Blick nach dem SS-Rapportführer Rakas, durch ein mitleidiges Lächeln für uns, durch ein schambezeugendes Niederschlagen der Augen — sie waren nicht zahlreich genug, in meiner ziffernlosen Statistik den rettenden Ausschlag zu geben.

[…]

Die braven Männer, die ich so gerne gerettet hätte, sind schon ertrunken in der Masse der Gleichgültigen, der Hämischen und Schnöden, der Megären, alten fetten und jungen hübschen, der Autoritätsberauschten, die da glaubten, mit unseresgleichen anders als grob befehlend zu reden sei nicht nur ein Verbrechen gegen den Staat, sondern gegen ihr eigenes Ich. Die vielzuvielen waren keine SS-Männer, sondern Arbeiter, Kartothekführer, Techniker, Tippfräuleins – und nur eine Minderheit unter ihnen trug das Parteiabzeichen. Sie waren, nehmt alles nur in allem, für mich das deutsche Volk. Was um sie und mit uns geschah, das wußten sie genau, denn sie schmeckten wie wir den Brandgeruch vom nahen Vernichtungslager, und manche trugen Kleider, die man erst gestern an den Selektionsrampen den ankommenden Opfern abgenommen hatte. Ein wackerer Arbeiter, der Montagemeister Pfeiffer, zeigte sich mir einmal stolz in einem Wintermantel, einem „Judenmantel”, wie er sagte, den er in seiner Tüchtigkeit sich hatte verschaffen können. Sie fanden, es sei alles in rechter Ordnung und sie hätten, des bin ich bis zur Erstarrung gewiß, für Hitler und seine Komplizen gestimmt, wären sie damals, 1943, an Wahlurnen getreten. Arbeiter, Kleinbürger, Akademiker, Bayern, Saarländer, Sachsen: da war kein Unterschied. Das Opfer mußte, es wollte dies oder nicht, glauben, daß Hitler wirklich das deutsche Volk sei.

- Jean Améry: Jenseits von Schuld und Sühne (via)

27
Sep
10

How surprised should we be?

A very readable, short essay called One Mean Jewish Settler, by Judah Ben-Yosef who gives tours for German tourists and journalists in a large Jewish settlement in the West Bank. I like this section especially:

A not unattractive lady journalist asked me how I feel when I read the kind of things that are written about Israel. The question was not especially provocative, but maybe I was just in a bad mood. Maybe my advancing years had made me lose my patience. For whatever reason, on that day, I didn’t feel like playing games. For once I’d say what I really felt.

“It reminds me of the story of the man who comes home unexpectedly one day to find his wife in bed with the neighbor. He was shocked! He was shocked….. but he wasn’t surprised. (laughter – timing the punch line is everything.)

Am I shocked? Am I shocked when I read the reports? Of course I am. Who could read such lies and not be shocked?

Am I surprised? Am I surprised that the grandchildren of the monsters who dragged by great-grandfather into a gas chamber or buried him alive write articles that are critical of Israel? How surprised should I be?”

(a conversation I had last Saturday when I exercised a great deal of restraint, reminded me of this bit, and so I took the opportunity to put it up.)

07
Jul
10

Ein bisschen wie Klezmer

Malte Lehming, der ein Tor bei der Fussball-WM augenzwinkernd auch mal als “Deutschlands inneres Auschwitz” bezeichnet, ist ein bisschen genervt von den Juden.

Deshalb wird der Antisemitismusvorwurf oft nur noch als Teil der jüdischen Folklore wahrgenommen, ein bisschen wie Klezmer-Musik. Der Papst warnt vor Kondom und Pille, die FDP vor “anstrengungslosem Wohlstand”, ein Marxist vor dem Privatbesitz an Produktionsmitteln, und die Juden warnen halt vor dem stets zunehmenden Antisemitismus. Ohne viel Gefühl für Relevanz und Proportionen ziehen sie in symbolische Schlachten, auto-immunisiert gegen die Realität. Frei nach Asterix lautet das Resümee: Die spinnen, die Juden, jedenfalls einige, jedenfalls manchmal.

(via)

30
May
10

“Null Punkte aus Israel”

Bei Jörg Marx eine schöne Darstellung von selbstbewußten Deutschen, die gestern im Freudentaumel (so etwa)über die “nationale Leistung” sauer auf die unbotmäßige Benotung aus Israel waren. Unter anderem postet er diesen Auszug aus dem #esc twitterfeed (click on image to enlarge or go directly to Marx’ blog).

27
May
10

Imperialismus, Baby

Horst Köhler ist ehrlich:

Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.

(via)

23
Nov
09

Damals war es Friedrich

Seit ich in letzter Zeit häufiger mal mit britischen Antisemiten zu tun habe, die mir durchaus auch mal mit Zitaten von Jörg Friedrich zu Leibe rücken wollen, hatte ich irgendwie immer vor, mal etwas zum Thema zu posten, aber hab heute via classless‘ blog (der 5-jähriges feiert. Hier eine, hm, Rede des verehrten Herrn Kulla) diesen ordentlichen Artikel von useless gefunden der unter anderem dieses schreibt:

Der Gedanke hinter dem „moral bombing“ war die Absicht, den Durchhaltewillen der Deutschen zu schwächen und somit eher eine Kapitulation herbeizuführen und auf diesem Weg den Tod weiterer Soldaten zu vermeiden.

Das die Deutschen sich dadurch weder vom Massenmord an Roma, Juden, Polen und Russen noch vom militärischen Kampf gegen die Alliierten der Anti-Hitler-Koalition abbringen liessen, konnte damals niemand ahnen. Es zeigte aber andererseits, das man mit der Zivilbevölkerung als entscheidende Stütze des NS-Regimes genau an der richtigen Adresse war.

15
Nov
09

Against Police Brutality

Heidelberg, Summer 2009. Picture from a demonstration against police brutality against an African student.

09
Nov
09

We are the people

Tonight, 71 years ago. An article on aish.com, the inevitable Wiki entryand some images.

11
Oct
09

Gute Deutsche

SPON zu den Nachwehen der Sarrazin-Äußerungen.

In der Bevölkerung stößt der inhaltliche Kern dieser Aussagen offenbar auf Zustimmung. In einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die “Bild am Sonntag” stimmten 51 Prozent der 501 Befragten Sarrazins Aussage zu, ein Großteil der arabischen und türkischen Einwanderer sei “weder integrationswillig noch integrationsfähig”. 39 Prozent der Befragten lehnten diese These ab. Nur Grünen-Wähler stimmen der Aussage mit 64 Prozent mehrheitlich nicht zu (Ja: 24 Prozent).

Die größte Zustimmung gibt es demnach mit 59 Prozent bei Unionswählern, gefolgt von Linke-Wählern, von denen 55 Prozent Sarrazins Ansicht teilen. Von den Anhängern der FDP stimmten 54 Prozent Sarrazin zu, bei den SPD-Wählern waren es 50 Prozent. 69 Prozent der Befragten finden sogar, es sei richtig, dass Sarrazin eine Debatte über Integration angestoßen hat. Nur 22 Prozent meinen, er hätte besser seinen Mund gehalten. Die Befragung fand am vergangenen Donnerstag statt.

28
Sep
09

Rechteinhaber

Unglaublich. cosmoproletarian solidarity schreibt

Im Juli dieses Jahres hat das deutsche Innenministerium mit der Republik Kosovo die „Zurücknahme“ von als „überflüssig“ empfundenen kosovarischen Flüchtlingen vereinbart. Bis zu 24.000 Menschen, unter ihnen etwa 10.000 Roma, sollen bis Ende des Jahres abgeschoben werden. Unter den Augen der KFOR-Soldaten sind Ende der 1990`er Jahre zehntausende Roma von den nationalistischen UÇK-Banden gewaltsam zur Flucht gezwungen worden, insgesamt haben in jenen Jahren 150.000 Roma den Kosovo verlassen müssen. Diejenigen, die blieben, sind etwa in Lagern der UNHCR auf mit Blei, Cadmium und Quecksilber verseuchten Industriehalden einquartiert worden. Bis heute leben sie in ständiger Angst vor erneuten Pogromen in von der Majoritätsbevölkerung abgegrenzten Armutsenklaven, nahezu hundertprozentig vom legalen Arbeitsmarkt ausgeschlossen. (…)
. September steht in Düsseldorf die erste zentrale Sammelabschiebung von Roma in den Kosovo an. Auch der niedersächsische Innenminister drängt darauf die 4.000 Roma-Flüchtlinge aus seinem Standort-Gehege zügig abzuschieben.  (…)
Nähere Informationen hier. Verwiesen ist des weiteren auf eine Petition der VVN/BdA und des Flüchtlingsrats.

Die Taz schreibt

Der Europarat habe stets einmütig die Auffassung des UNHCR geteilt, dass eine Rückkehr für Roma in den Kosovo derzeit nicht in Frage komme. Doch bei einer Konferenz in Sevilla im Mai dieses Jahres habe die deutsche Delegation “von vornherein klargemacht, dass sie sich auf gar keinen Fall das Abschieberecht streitig machen lassen wird”. Daraufhin hätten auch die Schweiz, Schweden und Österreich erklärt, nun Roma zurückzuführen.

(Bild stammt von reflexion)

via classless kulla

14
Sep
09

Freedom, Fear

Police brutality at the “Freiheit statt Angst” demonstation in Berlin yesterday

via classless Kulla via Fefe’s Blog

05
Sep
09

Sie wissen nicht was sie tun

01
Sep
09

Parallelgesellschaft

DSC01170

29
Jun
09

Happy Anniversary!

Star-Telegram:

Witnesses say that police arrived at about 1 a.m. at the Rainbow Lounge on South Jennings Street and arrested seven people. They said one of those arrested suffered a fractured skull during the takedown and is at a Fort Worth hospital. (…)
The raid happened to be on the 40th anniversary of the Stonewall riots in New York which began on the night of June 28, 1969, as a protest by gays against police harassment and helped trigger the modern U.S. gay rights movement.

It makes you sick, doesn’t it? In related news, I was in Heidelberg last weekend, visiting the old folks, and happened upon a demonstration against violent police. Apparently a young African student, who was in Heidelberg to complete his doctorate in mathematics, was searched by the police, restrained when he protested and hit in the face so hard that he had to be hospitalized for five days. Police says he was intoxicated and violent. Friends say he’s one of the gentlest guys they’ve ever seen, and he was on his way home from a long evening in the University library.

17
Jun
09

Diskomiezen und Drogenjunkies

Elsässer über die Ereignisse in Iran MUss man nicht kommentieren. Stellt sich aber wieder die Frage, ob der das ernst meint.

Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO. [...] Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.

27
Apr
09

Glückwunsch!

TagesschauOnline: Deutschland im Aufwind!

Die deutschen Rüstungsexporte sind nach Berechnungen des unabhängigen schwedischen Friedensforschungsinstitutes SIPRI in den vergangenen fünf Jahren um 70 Prozent gestiegen. Deutschland baute seinen Weltmarktanteil am Waffenhandel im letzten Fünfjahres-Zeitraum demnach von sieben auf zehn Prozent aus. Mehr konventionelle Rüstungsgüter führten nur die USA mit einem Anteil von 31 Prozent und Russland mit 25 Prozent aus, teilte das “Stockholm International Peace Research Institute” mit.

Ich sehe schon den Film. Mein Vorschlag: “Freiherr of War”

25
Apr
09

Triumphgeheul der Kreuzritter

Classless Kulla hat mit seiner dreiteiligen Dawkinskritik (eins, zwei, drei) natürlich recht, Dawkins, einer der Football Hooligans of Rational Discourse, ist aber auch ein einfaches Ziel.

Das hier ist dann übrigens die andere Seite: in der “Welt” lacht Matthias Heine hämisch über “die Linke”, die sich über den Volxentscheid am Sonntag ärgert, der sich gegen die “Religion des linken Atheismus” richtet. Heines Argumentation ist genauso kaputt wie seine bizarre ideologische Zuordnung.

03
Mar
09

Pressefreiheit

Wieso lese ich eigentlich noch SPON-Artikel? Das hier in einem Artikel über die Gaza-Geberkonferenz. Mal abgesehen von den anderen problematischen Sachen – das hier ist doch fast unverschämt.

Zahlreiche Politiker wirkten auf der Konferenz ungewohnt frei in ihren Aussagen – womöglich weil Mubarak keine Delegation aus Israel eingeladen hatte und die israelische Presse dem großen Treffen fernblieb.

23
Feb
09

"Really Explain Things To ‘em"

He’s right, you know.

13
Feb
09

"We will be cruel to the German"

Oh God yes. Why can’t it be August already?

08
Feb
09

Die guten und die bösen Deutschen

Vor ein paar Wochen haben wir uns ja allesamt über das hier gefreut, schöne große antisemitische Massenkundgebungen. Ich hätte ja verschiedene Bezeichnungen gefunden dafür, nicht aber “bürgerliche Demonstrationen gegen Krieg und Gewalt”. Ich wurde aber eines besseren belehrt, als ich folgende Frage samt Antwort in einem Interview fand, das der NRW-Verfassungsschutz-Chef Hartwig Möller den Ruhrnachrichten gab:

Muss Deutschland die eindeutige Instrumentalisierung von Demonstrationen gegen Krieg und Gewalt hinnehmen?
Möller: Extremisten freuen sich über die Aufmerksamkeit, die sie erzielen, wenn sie sich bei bürgerlichen Demonstranten einklinken. Rechte, Linke oder beide gleichzeitig versuchen immer wieder, bürgerliche Demonstrationen für ihre Zwecke zu nutzen. In einer offenen Gesellschaft darf eben jeder demonstrieren, auch Extremisten, solange sie sich an die Spielregeln der Gesetze halten.

Daß es sich bei besagten Extremisten keineswegs um Islamisten oder andere Freunde des gepflegten Judenhasses handelt, wird klar wenn wir sehen, daß es in dem kompletten, wirklich lesenswert-bekloppten Interview ausschließlich um die Antideutschen geht,

eine eindeutig linksextreme, antifaschistische und antiimperialistische Bewegung, die allerdings in der linken Szene eine Minderheit darstellt.

Mir schien die Tatsache, daß diese ‘Szene’, soweit ich sie aus der blogwelt mitbekomme, sehr zersplittert ist, immer ein interessanter Fakt zu sein, sowas weist ja oft darauf hin, daß die Dichte an einigermaßen selbstdenkenden Menschen besonders hoch ist. Da habe ich mich allerdings getäuscht, denn

es gehört zum Selbstverständnis der gesamten linksextremen autonomen Szene, jegliche Strukturbildung zu vermeiden, die man dann verbieten könnte.

So einfach ist das. Ich kenne mich natürlich nicht so gut aus, weder kenne ich besonders viele Antideutsche noch bin ich der NRW-Chef des Verfassungsschutzes, aber mir persönlich kommt es vor, als ob da jemand von sich, i.e. seiner eigenen Denke, auf andere schließt. Aufklärung ist mir hier willkommen (Herr Kulla vielleicht?).

Persönlich möchte ich schließen mit meinem Neid auf den Interviewer, dessen Gemütsruhe ich gerne hätte. Wieso kann ich mich nicht darüber freuen, daß die “israelische Reaktion [...] vergleichsweise moderat [war]” und hoffen, daß diese Schädlinge am Volkskörper “erst einmal” wieder “verschwinden” jetzt wo die aktuelle Gazakrise vorbei ist. Fritsch, der das Interview führte, ist ein guter Deutscher. In einem kurzen Artikel darüber, wie Frau Sommer, die NRW Erziehungsministerin, das Erziehungsziel “Ehrfurcht vor Gott” erreichen will, stellt er klar, daß das morgendliche Gebet, dessen Verbot in einer Klasse in Neuss vernünftigerweise gerichtlich durchgesetzt wurde, nicht irgendein Gebet ist, sondern es ist

ein einzigartiges historisches Dokument christlichen Trostes und christlicher Zuversicht aus der Feder des seinerzeit inhaftierten evangelischen Theologen und NS-Gegners Dietrich Bonhoeffer handelt, der kurz vor Kriegsende 1945 hingerichtet wurde.

Ist die Klage der Mutter gegen das Gebet nicht irgendwie auch ehrabschneidend? Muss Deutschland sowas hinnehmen? (via Lizas Welt)

07
Feb
09

Billige Härte

Rekrutierungen:

Die in Nürnberg sitzende Bundesagentur für Arbeit (BA) hat in Berlin Anfang des Jahres 2009 mehreren Dutzend Hartz-IV-EmpfängerInnen mit Leistungskürzungen gedroht, sollten diese nicht dazu bereit sein, sich beim Inlandsgeheimdienst als „Observationskräfte“ und „Truppführer für den mobilen Einsatz“ zur Verfügung zu stellen. Einziges „Anforderungsprofil“ für die neuen Schlapphüte sei „ein Interesse an politischen Zusammenhängen“, „körperliche Fitness“, „die Bereitschaft zur Unterziehung einer Sicherheitsprüfung“ und „eine flexible Arbeitszeitgestaltung“.

(via classless)

27
Jan
09

Ehrschnippelei

“Was da wieder gelaufen ist, ist unsagbar pietätlos und ehrabschneidend”, sagte SWR-Rundfunkratsmitglied Theresia Wieland unserer Zeitung. Selbst wenn Pocher womöglich das Ziel gehabt habe, mit seinem Auftritt die Rolle von Schauspieler Tom Cruise in dem Stauffenberg-Film “Operation Wallküre” zu parodieren, sei dies letztendlich gründlich misslungen. “In diesem Moment identifiziert man das doch nicht mit dem Schauspieler, sondern mit der historischen Figur. Und es ist nicht hinnehmbar, dass man den Helden des deutschen Widerstandes so ins Lächerliche zieht”, übte Wieland scharfe Kritik an Pochers Auftritt.

aus den Stuttgarter Nachrichten. Das muß man nicht mehr kommentieren, oder?

13
Jan
09

Pflichterfüllung



Als die ersten Demonstranten die Flaggen erkannten, stand P. mit seiner Freundin auf der Straße, in unmittelbarer Nähe. Er hatte den Zug begleitet, weil er eventuelle Hetzparolen dokumentieren wollte. Was sich angesichts der Flaggen entwickelte, nennt P. “eine Lynchstimmung”. “Tod Israel”, sei von einigen Demonstranten geschrien worden, und “Verrecke!”. Die Polizei erschien ihm überfordert.

“Plötzlich”, berichtet der Student weiter, “sah ich einen Polizisten auf dem Balkon im zweiten Stock”, der zur Wohnung unter seiner eignen gehört. Der Beamte riss die eine Israelfahne, die an P.s Balkon befestigt war, ab. Kurze Zeit später sah P., wie in seinem eigenen Wohnzimmerfenster ein Beamter die innen angebrachte Fahne abmachte.

Die Aktion der Polizei löste bei den Demonstranten Jubel aus.

(spon)

“Sie riefen immer wieder Parolen wie “Vergast die Juden”, “Ermordet die Juden” und “Steckt die Juden in die Gaskammer”. Ich war erschrocken dass die Kirche so etwas auf ihrem Gelände duldet. Das hat doch mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Man darf doch nicht die Ermordung anderer Menschen fordern.” Die Polizei rief B. nicht – denn die war ja schon vor Ort – zog es aber vor nicht einzugreifen: “Die Polizei stand direkt daneben und muss alles mitbekommen haben. Gehandelt hat sie aber nicht.” Die Aufforderung zum Genozid an den Juden war der Polizei später noch nicht einmal eine Erwähnung wert. In der Pressemitteilung zur Demo heißt es lapidar, die Demonstration sei friedlich verlaufen. Nur ein paar Schneebälle seien auf die Polizei geworfen worden: “Dabei rutschte ein Jugendlicher auf dem glatten Untergrund aus und zog sich eine Kopfplatzwunde zu. Ein Rettungswagen brachte ihn zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus.”
Auch die Ordner, die Demonstration war von deiner “Parteilosen Wählergruppe Gelsenkirchen (PWG)” angemeldet worden, hätten die Hetzparolen gehört ohne einzugreifen, so B.. Wie gut das keine Israelfahne die zünftige Proteststimmung störte.

(ruhrbarone)

Skandalös ist auch das Verhalten der Mainzer Polizei. Während er gegen die anti-israelische Demonstration offenbar nichts einzuwenden hat, äußerte Polizeisprecher Kai Süßenbach gegenüber dem SWR die Ansicht, dass die israelsolidarische Aktion – das Zeigen der Fahne des jüdischen Staates! – eine „Provokation“ darstellen würde, da die Beteiligten keine Israelis waren.

(ak antifa mainz)

20
Nov
08

Zufälle

Liza schreibt

Bei den Verwüstungen, die mehrere hundert Schülerinnen und Schüler am vergangenen Mittwoch in der Berliner Humboldt-Universität anrichteten, habe es sich, wie die „SchülerInnen-Initiative ‚Bildungsblockaden einreißen!’“ mitteilen ließ, „nicht um gezielte Taten“ gehandelt, „sondern um die Folge einer über lange Zeit aufgestauten Wut“. Das Bemerkenswerte an dieser Rechtfertigung ist die Selbstverständlichkeit, mit der der – nur scheinbaren – Wahllosigkeit der Angriffe auch noch grundlegendes Verständnis gezollt wird. Immerhin hatte sich die „aufgestaute Wut“ ja als regelrechte Raserei entpuppt, deren Besinnungslosigkeit die Masse erst zum Mob machte, der dann tatsächlich nicht mehr bewusst handelte, sondern sich gleichsam intuitiv austobte. Und genau diese Intuition bestimmte das gemeinschaftliche Handeln, das sich selbst Zweck war, sowie die Ziele und das Ausmaß der Zerstörung.

Deshalb ist es eben kein Zufall, dass die Ausstellung „Verraten und verkauft“ schwer demoliert wurde (Foto). Es ist kein Zufall, dass Porträts von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – darunter das Bild einer von den Nazis ermordeten Mathematikerin – zertrümmert und Bücher aus dem Fenster geworfen wurden, ganz in der Nähe jenes Platzes, auf dem die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 die Bücherverbrennung ins Werk gesetzt hatten. Und es ist kein Zufall, dass „Scheiß Israel!“ gerufen wurde. Dass die Schooligans ihre zerstörerischen Aktivitäten auch noch vielstimmig mit „Anticapitalista“-Rufen untermalten und ihnen so das ideologische Gerüst gaben, fügt sich dabei perfekt ein: Wer seine Ressentiments – und um nichts anderes handelt es sich – ausgerechnet gegen eine Ausstellung über jüdische Unternehmen zur Zeit des Nationalsozialismus richtet, zeigt, wo er die Schuldigen, vulgo: „die Kapitalisten“, verortet und was er ihnen an den Hals wünscht.

und hat ausnahmsweise völlig Recht.

03
Nov
08

Reichsesel

Heute bei waity gesehen

Am 20. Oktober 2008 gab der Kassationshof in Rom (der oberste Gerichtshof Italiens) seine Entscheidung bekannt, der zufolge Deutschland italienische NS-Opfer entschädigen muss. [...]

Der Kassationshof in Rom stellte mit seinem Urteil nun zum wiederholten Male klar, dass Deutschland sich dem internationalen Recht unterwerfen muss, welches seit den Nürnberger Prozessen weltweit anerkannt ist. Den Opfern nationalsozialistischer Verbrechen stehen
individuelle Entschädigungsansprüche zu und sie können diese in dem Land geltend machen, in welchem sie begangen wurden. Dieser Erkenntnis verweigert sich die Bundesrepublik Deutschland.

[…]

Die italienischen Urteile sind ein Fortschritt im Kampf um die Entschädigung aller NS-Opfer. Sie stärken die Rechte der Individuen.

Das kann Deutschland selbstverständlich nicht auf sich sitzen lassen und fechtet das Urteil nun an. Denn wie die Offensive Selbstverteidigung feststellt:

Denn wer die Vergangenheit so vorbildlich aufgearbeitet hat und immer wieder neue Auschwitze verhindern kann, der hat es nicht nötig, sich mit den tatsächlichen Opfern zu beschäftigen.

(via classless kulla)

02
Nov
08

Blöde Gesellschaftsspiele

Nummer Eins: In Broders neuer Kolumne die Unwahrheiten finden. Hab es gerade überflogen und bei zehn aufgehört. Gibt es für sowas nicht nen copy editor? Himmel. Höherer Schwierigkeitsgrad: einfache Unwahrheiten von glatten Lügen trennen.

Obwohl ich Doros Option (“der meint das gar nicht so, das ist alles Ironie”) akzeptieren kann, verweise ich jetzt schon auf die zustimmenden Reaktionen der guten Deutschen im SPON Forum, bei P.I. und anderen unerfreulichen Marktplätzen der müden Meinung.

Bah. Und dafür steh ich auf.

17
Oct
08

Autoritäten

Es geht mir hierbei gar nicht um die Sache an sich, sondern um so Geschichen wie disfranchisement und so. Im Zusammenhang mit dem Islam in D gerade besonders eklig, jüngstes Beispiel, SPON berichtet über ein Kopftuchverbot an einer Düsseldorfer Schule:

“Wir leben in einem Land, das an christlichen und demokratischen Werten orientiert ist. Das Kopftuch wird von uns als Symbol der Unterdrückung der Frau und fehlender Gleichberechtigung betrachtet. (…) Wer unbedingt möchte, dass seine Tochter in der Schule ein Kopftuch trägt, sollte sich gut überlegen, ob die Anne-Frank-Realschule die richtige Schule für seine Weltanschauung und seine Tochter ist.”

und dann später im selben Artikel

Laut Bezirksregierung erklärte der Rektor, er habe bei berufsvorbereitenden Praktika seiner Schüler oft die Erfahrung gemacht, dass die Gesellschaft immer noch große Vorbehalte gegen Muslime mit Kopftüchern habe. Nur deshalb habe er die Schülerinnen ermutigen wollen, in Schule und Beruf auf das Kopftuch zu verzichten.

12
Sep
08

Volkssport

20
Aug
08

Wer Schuld hat

Mögen die Juden nicht, die Ravensburger. Seitdem sie den Kindermordprozeß gehabt haben und ihre Juden gemartert, gebrannt und geplündert, hassen sie uns mehr als das ganze andere Schwaben. Das sind jetzt dreihundert Jahr. Heute hat man humanere Methoden, weniger komplizierte, dem Juden sein Geld zu stehlen. Aber wenn man solches Unrecht getan hat, versteht sich, daß man weiter gegen den gereizt ist, auch nach dreihundert Jahr. Nun, wir werden’s überleben.

aus Lion Feuchtwangers großem Roman Jud Süss

25
Jul
08

"Humans = Shit"

Interessante Wortwahl bei Casula

Was lernen wir also aus diesem faulen Handel? Dass Israel gut daran täte, bei nächster sich bietender Gelegenheit die heute hämisch grinsende Visage Nasrallahs in den Staub zu drücken – und die seiner Horden gleich mit. Und in Gaza genauso verfahren muss, wenn Gilad Shalit etwas zustößt: den Augiasstall komplett ausmisten.

Ich gebs ja zu. Ich mag Slipknot auch.

20
Jul
08

German Graffiti

Universität Bonn, Toilettentüren.

10
Jul
08

Freude am Rechtsstaat (II)

subwave erzählt

die wohnung eines redakteurs des freien senderkombinats (fsk) wird aufgrund haarsträubenender konstrukte durchsucht. obwohl die vorwürfe nicht im entferntesten die arbeit von fsk tangieren werden die auf den beschlagnahmten pcs befindlichen daten des fsk-magazins “transmitter” von den ermittelnden behörden nicht herausgegeben – bis heute – trotz vielfältigster hinweise auf die strafrechtliche irrelevanz der daten und die wichtigkeit dieser für die produktion des transmitters.

(via)

10
Jul
08

Freude am Rechtsstaat (I)

Spon schreibt

Ein Kriminalhauptkommissar legt schriftlich nieder, dass auch Robert Nwannas Verlobte Nicole mit auf dem Revier sei, das Wort “Verlobte” schreibt der Beamte in Anführungsstrichen. Und ergänzt: “Dabei war auch ein circa anderthalb Jahre altes weibliches Kleinkind, augenscheinlich eine Mulattin.”

09
Jul
08

Guter Deutscher, oder: von Splittern und Balken

Aus einer amazon.de Kundenrezension eines sehr kurzen Reiseführers namens The Xenophobe’s Guide to Germans

Ich hatte mir zuerst den “Xenophobe’s Guide to Swedes” gekauft und fand diesen, genauso wie mein schwedischer Freund, sehr amüsant und größtenteils auch zutreffend. Derartig “ermutigt” habe ich dann dieses Buch erworben und kann eigentlich nur sagen, daß ich sehr enttäuscht bin.
Die beiden Autoren ergehen sich fast ausschließlich in Stereotypen und veralteten Vorurteilen. Man möchte sie wirklich fragen, in was für einer Grotte sie die letzten 100 Jahre verschlafen haben.

09
Jul
08

Stop

Falls jemand aus Bonn zufällig hier mitliest: Samstag ist große Nazidemo und Gegendemo. Ausführlicher steht das hier:

Es steht zu vermuten, dass am 12. Juli eine große Anzahl Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet anreist, um an der Demonstration rund um die BPjM teilzunehmen in dem Glauben, sie hätten an dem Tag einen enspannten Aufenthalt in Bonn. Um das zu verhindern und den Nazis zu zeigen, dass sie unerwünscht sind rufen verschiedene Organisationen zur AKTION auf. Unter dem Motto, “Kein Fußbreit den Faschisten! Friedlich und entschlossen den Naziaufmarsch verhindern” werden neben Vertretern der Bonner Parteien, wie FDP, Bünsnis90/die Grünen, SPD, auch Organisationen wie die Antifa Bonn/Rhein-Sieg, Bonner Synagogengemeinde, Caritas und andere anwesend sein. Es wäre das richtige Zeichen, wenn möglichst viele zusammen kommen würden und bei der Gegendemonstration anwesend sind. Ihr seid dabei? Klasse! Die Demonstration startet am 12. Juli um 08:00 Uhr vor dem DGB-Haus Bonn, Endenicher Straße 127.

04
Jul
08

Ein Professioneller

Lesenswerter Artikel bei Liza über den Professor für Sportgeschichte und Sportsoziologie an der Uni Göttingen, Arnd Krüger

Doch niemand stieß sich an diesem Interview, und so legte Krüger am 20. Juni nach, als er bei der Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS), Sektion Sportgeschichte, einen Vortrag mit dem Titel „Hebron und München. Wie vermitteln wir die Zeitgeschichte des Sports, ohne uns in den Fallstricken des Antisemitismus zu verhaspeln?“ hielt. „Die 1972 beim Olympiaattentat durch palästinensische Terroristen getöteten israelischen Athleten hätten von den mörderischen Plänen gewusst und seien freiwillig in den Tod gegangen – ‚um der Sache Israels als ganzer zu nutzen’“, fasste unter anderem die Süddeutsche Zeitung, die sich auf Teilnehmer der Tagung berief, Krügers Darstellungen zusammen. „Dieser spektakuläre Opfergang hätte die Schuld (und auch die Schulden) Deutschlands gegenüber dem Staat Israel verlängern sollen. Zudem konstruierte der Professor Zusammenhänge zwischen diesem angeblichen Opfergang sowie einem unterschiedlichen Körperverständnis, das in Israel herrsche. Im Vortrag hieß es, die Abtreibungsrate in Israel sei bis zu zehnmal höher als in anderen westlichen Industrienationen. Die jüdische Kultur versuche, Leben mit Behinderungen massiv zu verhindern.“

04
Jul
08

Marktführerschaft

Nur der Wortwahl wegen erwähnt. Die CSU hat ein neues Gesetz auf den Weg gebracht und Papi ist stolz:

“Damit zeigen wir erneut, wer Marktführer im Bereich innere Sicherheit in Deutschland ist”, erklärte dagegen Bayerns Justizminister Joachim Herrmann (CSU) anlässlich der Einführung. Der Vorwurf, dass irgendein braver Bürger plötzlich von Online-Durchsuchungen betroffen sein könnte, sei absurd, sagte Herrmann. Im Gegenteil komme der Freistaat mit dem Gesetz der “verfassungsrechtlichen Schutzpflicht des Staates für seine Bürger” nach. Nach Auskunft des “Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein” gibt es derartig weitgehende Befugnisse in Europa nur in Zypern, Rumänien, Lettland und Spanien.

21
Jun
08

stuff white people like: knowing what’s best for poor people

Stuff White People Like:
#62 Knowing what’s best for poor people

White people spend a lot of time of worrying about poor people. It takes up a pretty significant portion of their day.

They feel guilty and sad that poor people shop at Wal*Mart instead of Whole Foods, that they vote Republican instead of Democratic, that they go to Community College/get a job instead of studying art at a University.

It is a poorly guarded secret that, deep down, white people believe if given money and education that all poor people would be EXACTLY like them. In fact, the only reason that poor people make the choices they do is because they have not been given the means to make the right choices and care about the right things.

20
Jun
08

Angriffe auf das Türkentum

Aus einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, hier die Zusammenfassung der Verhandlung vor dem Amtsgericht:

Das Amtsgericht verurteilte den Beschwerdeführer wegen einer Straftat nach § 90 a StGB zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 25 DM. Er habe durch Abspielen des Liedes bei einer Versammlung die Bundesrepublik Deutschland beschimpft und böswillig verächtlich gemacht. Dies ergebe sich aus dem eindeutigen Wortlaut des Liedtextes und den konkreten Umständen des Abspielens. Die Strafbarkeit des Beschwerdeführers nach § 90 a Abs. 1 StGB sei auch dann begründet, wenn das Abspielen des Liedes im Verlauf der Demonstration dem so genannten Wirkbereich eines Kunstwerkes zugerechnet werde, so dass der Schutzbereich der Kunstfreiheit, dem der Beschwerdeführer auch als bloßer Vermittler eines Kunstwerkes unterliege, berührt sei. Als rechtsstaatlich verfasste Demokratie sei die Bundesrepublik Deutschland in ihrem von der inneren Zustimmung ihrer Bürger abhängigen Bestand auf ein Mindestmaß an Achtung dieser Bürger ihr gegenüber angewiesen, auch um die Grundrechtsausübung und damit die Kunstfreiheit selbst wirksam gewährleisten zu können. Darin liege ein verfassungsrechtlich, aber auch durch § 90 a StGB geschütztes Rechtsgut, das im vorliegenden Fall betroffen sei und gegenüber dem die Berufung auf die Kunstfreiheit unter den konkreten Umständen versage. Die Berufung des Beschwerdeführers gegen dieses Urteil wurde vom Landgericht verworfen. Nach den tatsächlichen Feststellungen habe sich der Beschwerdeführer einer Straftat nach § 90 a Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Er könne sich auch nicht auf die “Kunst- und Meinungsfreiheit” berufen. Der Schutzbereich dieser Grundrechte sei durch § 90 a Abs. 1 StGB eingeschränkt.

17
Jun
08

stuff white people like: grammar

Stuff White People Like
#99 Grammar

White people love rules. It explains why so they get upset when people cut in line, why they tip so religiously and why they become lawyers. But without a doubt, the rule system that white people love the most is grammar. It is in their blood not only to use perfect grammar but also to spend significant portions of time pointing out the errors of others.

12
Jun
08

Europameisterschaft

08
Jun
08

Gute Frage

Liza merkt an:

Warum das (vermeintliche) Pinkeln auf die deutsche Fahne eigentlich schlimmer oder geschmackloser sein soll als das Schwenken derselben, fragt deshalb niemand.

03
Jun
08

Da erinnere ich mich aber anders

Reinhard Mohr schreibt bei spon:

Erinnern Sie sich in diesen sonnigen Tagen noch an die WM 2006, an den Traumsommer mit dem eigentümlich neuen Deutschlandgefühl – fröhlich, ein bisschen stolz, aber ohne falsches Pathos und dumpfe Aufdringlichkeit? Wenn damals im Feuilleton von einem “neuen Patriotismus” die Rede war, dann ging es nicht um einen nationalen Fahnenappell, sondern um die Neuentdeckung des eigenen Landes: Ach so, wir können auch anders. Schwarzrotgold goes Leichtigkeit des Seins.

Wat? Ohne Aufdringlichkeit? Ohne falsches Pathos? Dafür aber mit doll viel echtem Pathos, was….besser ist? Genau. Die Deutschen müssen sich selbst wiederentdecken, das heißt für Mohr: sie müssen rausfinden, daß sie ganz doll gute Typen sind. Das kann man dann auch gut finden. Tja. “Wir” können auch anders. Echt? Na, nu.

18
May
08

Fußballfieber

Die großartige Angelika Schrobsdorff über Neonazis und die letzte WM

Ich halte die Neonazis für eine unglückselige Gattung dummer Kerle, die mit Gewalt in die Medien wollen. Ich hoffe, nicht mit ihnen in Berührung zu kommen. Bedroht habe ich mich nur einmal gefühlt, nach dem Endspiel der Fußballweltmeisterschaft. Ich saß mit einer Freundin auf dem Kudamm im Autostau fest, umringt von kreischenden, fahnenschwenkenden Horden. Doch das waren keine Neonazis, sondern biedere, deutsche Bürger, die ihr aufgestautes Selbstvertrauen wiedergefunden hatten.

Es geht ja bald wieder los (bah) mit dem Fußballgezeter und da es schon wieder hier in der Nähe stattfindet, wird es wohl ähnlich penetrant wie vor zwei Jahren sein. Sie verkaufen schon wieder diese furchtbaren Fahnen überall, sie stecken als Beilage in gottverdammten Cornflakespackungen als ich heute einkaufen war, mußte ich durch ein Spalier von Deutschlandfahnen, die der brave Filialleiter an alle Regale geklebt hatte. Bah. Kann ich über Sommer nicht wegziehen?

11
May
08

Hinterzimmer

Goldene Hochzeit, Sachsen, Mai 2008.
Im Vordergrund tiefschürfende Islamkritik.
Hachja. Eine schöne Zeit war’s.

Na, nu.

08
May
08

Feiertag

(via)

07
May
08

"beef and pork are very big here"

Milwaukee is owned by old Germans who moved out of the suburbs about thirty years ago and hired Polaks to run the city for them. The German presence is very heavy here, the pace is very orderly. Even on totally empty downtown streets, nobody crosses against the Red Light. [...] There is no room in the good German mind for flashes of personal anarchy.

Hunter S. Thompson, Fear and Loathing: On the Campaign Trail ’72

21
Apr
08

Pope Benedikt XVI has a field day

*sigh* This Pope should get a Nazi medal or something. In the Post’s On Faith columns

But in condemning Nazi antisemitism before that Jewish congregation in Cologne, Pope Benedict defined it univocally as having been “born of neo-paganism.” That was true, a reference to the odd mysticism that underwrote the Teutonic myths on which claims for Aryan racial superiority rested. But Nazi hatred of Jews was born of two parents, and the other one – the long history of Christian anti-Judaism – the pope did not mention. This was not a slight omission. It is urgently important, in going forward into the 21st century, that the context out of which the Nazi genocide of the Jewish people grew, and within which it nearly succeeded, not be forgotten. The crimes of Hitler were not the crimes of Christianity, but the Final Solution depended, both for the recruitment of active perpetrators and for the passivity of a continent’s worth of bystanders, on the ingrained anti-Jewishness of Christian theology, liturgy, and tradition. You would not know that from what the pope said in the Synagogue in Cologne. [...]

Benedict went to Auschwitz, he said, “as a son of the German people, a son of that people over which a ring of criminals rose to power by false promises of future greatness and the recovery of the nation’s honor, prominence and prosperity, but also through terror and intimidation.” In Germany itself by now, there is an established tradition of a much fuller recognition of national complicity in the Nazi project. For a generation, Germans have declined to portray themselves as mere victims and dupes, and German church leaders in particular have been forthright in confessing their sin in relation to the Holocaust. In his portrayal of the past, both at Cologne and Auschwitz, Benedict is becoming a German apart.

And as a Christian? Here is how he defined the Nazi aim in murdering Jews: “Deep down, those vicious criminals, by wiping out this people…by destroying Israel, they ultimately wanted to tear up the tap root of the Christian faith.” As if to dramatize this astounding claim that the “ultimate” Nazi target at Auschwitz was the Church, Benedict greeted 32 camp survivors, all but one of whom were Polish Catholics. A lone Jew represented the more than one million Jews who died there. With no apparent embarrassment, the pope prayed, “Why, Lord, did you remain silent?”

[...] the dark legacy of Christian antisemitism began to be redeemed when the Second Vatican Council both repudiated the “Christ-killer” charge against the Jewish people, and affirmed the on-going validity of Jewish religion. The days of scapegoating Jews, and seeking their conversion are over. Or are they? When Pope Benedict meets with Jewish leaders in New York this week, the cordial greetings will be heartfelt, but so will an undercurrent of wondering. Why, under his authority, has the Vatican recently restored the pre-Vatican II Good Friday prayers for the conversion of Jews? Does this pontificate represent a retreat from Christian moral reckoning with the Holocaust? Does it intend to restore the lethal Christian conviction that God’s only plan for Jews is baptism?

Here is the complete English transcript.

Und hier ist die deutsche Version seiner Rede.




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