Dealing with World War II

As a German I keep reading discussions (or taking part in them myself) on how my country is/was dealing with WW II. One of the complaints I hear most is the call to forget, to not resume talking about painful issues. People specifically complain about the fact that the issue of guilt is too often pressed. The fact that the following, from Japan (well, from the Guardian, actually), is not likely to happen here is why I kind of like painful issues and guilt. Seeing how some Germans talk about WWII I am happy that some sort of collective feeling of guilt is preventing hot water like this from boiling here.

Nobel laureate Kenzaburo Oe has won a major court battle over a book he wrote more than 30 years ago detailing how Japanese soldiers persuaded and sometimes forced Okinawan civilians to commit suicide rather than give themselves up in the closing days of the second world war.

[…]

The ruling was also a high-profile setback for a vocal lobby among Japanese conservatives who have long sought to discredit or censure material documenting Japanese excesses during the war, including government-supported prostitution, the rape of the Chinese city of Nanking and other incidents.

[…]

The plaintiffs, who were expected to appeal, filed the suit after discovering school texts portrayed the military as responsible for the Okinawa suicides, their lawyer Shinichi Tokunaga said. They made their claim amid a conservative-led movement backed by hawkish Prime Minister Junichiro Koizumi and his successor, Shinzo Abe, to “soften” textbook accounts of wartime atrocities, or to deny any involvement in them by Japanese troops.

A government decision two years ago to delete textbook references to the Japanese military role in the forced suicides brought the issue to a boil on Okinawa, culminating in a protest by more than 100,000 people in September last year.

(via)

Dresden 08: Gegen das Rumgeopfere

Ausführliche Berichterstattung und Kommentierung bei classless Kulla:

Der morgendliche Auftakt zu den (im Vorfeld wegen angeblich unhaltbarer bzw. kontraproduktiver Positionierung kritisierten) Gegenaktivitäten zur Opferwoche der Dresdendeutschen fiel wieder stimmungsvoll aus, obwohl die Polizei sich alle Mühe gab, den antideutschen Stimmungsverderbern die Stimmung zu verderben.
[…]
Mit zusammengebissenen Zähnen und unter sichtbarer Niederkämpfung aggressiver Reflexe mußte die Rennleitung dann doch die üblen Parolen und die “Bombenstimmung” aus nächster Nähe mitverfolgen. Wie im Vorjahr dürften etwa 100 Antifas vor Ort gewesen sein. Ob die Nazis und die anderen Teilnehmenden des Friedhofrituals allerdings mehr als nur ihre Begrüßung und Verabschiedung von unserer Veranstaltung mitbekamen, ist schwer zu sagen.
[…]
In der Sächsischen Zeitung war heute zu lesen, daß Sachsen in den kommenden Jahren Nazidemos “an sensiblen Orten und Gedenktagen” verbieten will. Im Falle Dresdens und des 13. Februar soll der Bannkreis allerdings um die Frauenkirche gezogen werden, während der Skandal dieses Jahr ja vor allem darin besteht, daß die Nazis an zwei Tagen direkt an der Synagoge vorbeilaufen. Mal sehen, wie groß das “weiträumige Gebiet” dann definiert wird.

und heute:

1000 Nazis! An einem Mittwoch. […] Es gab keinerlei Begünstigung oder Duldung von Gegenaktivitäten durch die Stadt, wie es anderswo mittlerweile üblich ist und die Antifa bei solchen Aufmärschen teilweise weniger dringend nötig gemacht hat. Diese Stadt hat wirklich Nazis satt, fließend aus der Wand, als Flatrate. Und gerade mit Blick auf das Ordnungsamt und die Stadtverwaltung hat sie daran zu einem erheblichen Teil selber schuld. Daß die Antifa diese Zustände thematisiert und konsequenterweise gegen Nazis und die Stadt textet, kann nur aus sehr großer räumlicher oder inhaltlicher Entfernung für kontraproduktive “Kompromißunfähigkeit” gehalten werden.
[…]
Unterdessen wurde beim Rumgeopfer an der Frauenkirche eine Kerze auf eine Seite des Wiederbaus projiziert. Beim Durchlaufen der beträchtlichen Opfermenge versuchte ich abermals vergeblich klarzubekommen, daß das alles wirklich passiert ist und passiert: sie haben die Frauenkirche wirklich wiederaufgebaut, sie nutzen sie wirklich als Symbol ihrer Geschichtsverdrehung, es stehen wirklich Hunderte von Menschen auf dem Platz davor herum und sind wirklich tief bewegt. Gbt es nicht mittlerweile auch Leute, die damals wirklich Angehörige verloren haben und dieses Schauspiel grotesk und instrumentalisierend finden? […]
[…]
Abschließend will ich noch mal so parolenfrei wie möglich und hoffentlich unmißverständlich darauf hinweisen, daß ich alle Argumente kenne, die mittlerweile gegen Antifa-Aktionen sprechen, daß es in Dresden aber anders aussieht. […] Im Falle Dresdens ist die geschichtsrevisionistische Opfermythologie ein solches Massenphänomen, die Zusammenarbeit von Antifa und “Bürgers” so abwesend, die Duldung und Begünstigung der Nazis so umfassend und auch die Schnittmenge zwischen expliziten Nazipositionen und “normalem” Welt- und Geschichtsbild so groß, daß es keinen Grund für Entwarnung oder Rückzug gibt.

Am Samstag werden voraussichtlich noch erheblich mehr Nazis in die Stadt kommen. Es wird seitens der Polizei und der Stadt wieder für eine möglichst reibungslose Nazidemo mit idealer Innenstadtroute gesorgt werden. (Das Ordnungsamt hat offenbar die jüdische Gemeinde unter Druck gesetzt, wegen der vorbeiziehenden Nazis ihren samstäglichen Abschlußgottesdienst nicht im Freien im Innenhof der Synagoge durchzuführen. Ist alles nur zu ihrer eigenen Sicherheit…)

Was immer an diesem reibungslosen Ablauf gestört, behindert oder gar gestoppt werden kann, würde richtig helfen. Nicht beim Beseitigen der Schandflecke der tollen Stadt, nicht beim Verhindern der Besudelung der schönen historischen Kulisse, nicht beim Retten irgendwelcher Demokratieideale oder eigener revolutionsromantischer Selbstbilder – was nebenbei sicherlich auch alles eine Rolle spielen wird -, sondern vor allem original beim Konfrontieren von Tausenden nationalsozialistischen Schlägern, denen sonst gerade nicht viel im Weg steht.

Mußte mal gesagt werden.

In der Tat.