Armer Adorno

Es ist doch schade, wenn man ein großer, vielleicht der größte deutschsprachige Denker nach dem zweiten Weltkrieg war, und dann so rezipiert wird. Es ist ja nicht einmal das Problem, daß nur eine kleine Zahl seiner Texte rezipiert werden das ist nun wirklich bei allen Philosophen so, daß die zugänglichsten Texte am stärksten rezipiert wurden, das ist kein Problem sondern der Lauf der (Lese-)Welt. Aber wenn man schon ein paar sehr gut lesbare, in der Aussage sehr klare und als Denkzeugnisse überaus überzeugende, treffende, genaue Texte schreibt, wie sie etwa Adornos Texte in seiner Frühphase, nicht zuletzt im Dauerbrenner Dialektik der Aufklärung, darstellen, daß man nicht einmal dann einigermaßen anständig rezipiert wird, das ist schon Mist. Daß Hegel es sich gefallen lassen muß, daß sein Werk von der Rechten auf abstruse Art gelobt und von der Linken auf ebenso abstruse Art, man muß schon sagen: gehaßt wird, das hat sich einer mit seinem Stil ja nun selbst zuzuschreiben.

Aber der gute alte Theodor? Am auffälligsten, weil sicherlich am häufigsten, ist der Fall des halbarschigen Lesens der Kulturindustrie (über die ich hier ein paar Worte verloren hab). Oder die völlige Unkenntnis des Textes, bei gleichzeitiger nervtötender Immerwiederverwendung des Begriffs nicht weniger blöde ist. Was auch immer etwa hier der Fall ist, hier oder hier, es geht mir irrationalerweise fürchterlich auf den Sack (aber die Person auf der ich herumhacke, findet ja auch Pirsig geistreich. *lach*) Da hat man etwas so gutes, passendes, schlaues, und dann baut man es in seine ungebildete Dummheit ein und verdirbt es.

So, das war mein Rant für heute, aber ich bin ein bißchen stolz auf mich (wennn man sonst keine Hobbies hat), daß ich mich hier nicht in die Tiefen eines Streits mehr herablasse. Nach meinem Ausstieg bei der Gruppe 4w werde ich mich nicht nochmal mit welchen aus der Anti-Nachdenkfraktion anlegen. Nönö, Mister.

Da ich diesen Post gestern abend schrieb, endete er mit: “Ich geh jetzt ein bißchen früher als sonst schlafen. Wer schläft, ärgert sich nicht.” Und so war es auch. Jetzt geh ich was trinken. Das ist auch gut.

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