Übelst geil

Sebastian Hammelehle stellt bei Spon korrekt fest, was das erbärmlichste an der ganzen lächerlichen Axolotl Roadkill-Affaire ist

Bei Airen hat Hegemann vor allem die sexuell expliziten Stellen abgeschrieben. Einer der Dialoge aus “Axolotl Roadkill”, der, wie Hegemann nun einräumt, relativ wörtlich aus “Strobo” übernommen wurde, geht so: “Ich ficke nicht mehr.” – “Mann, Alter, ich bin übelst geil.” – “Aber warum denn nicht?” – “Ich will nicht.”

Bislang war man ja davon ausgegangen: Wer auch nur einmal auf einem deutschen Schulhof unterwegs war, hat derartige Sätze en masse abgespeichert. Helene Hegemann aber schrieb sie ab.

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6 thoughts on “Übelst geil

  1. Meine Güte – was ich schon alles gesampelt habe. Meistens schreib ich ja dran, woher es ist, manchmal erinnere ich mich aber auch nicht mehr.

    Und will ich, wenn andere mich sampeln, daß sie mich freiwillig referenzieren, weil sie’s wollen, oder daß sie’s nur aus Strafandrohung machen?

  2. Japp. Ich wollte dich schon anschreiben, weil mich deine Meinung interessiert hatte, aber dann war ich doch zu gelangweilt von der ganzen Geschichte.

    Das traurige ist, daß Frau Hegemann quasi die Energie aus dem Strobo Buch genommen zu haben scheint, und dann in einen unglaublich verquasten Stil überführt hat. Sie macht ja, literarisch, nichts aus ihrer Technik.

    Ich denke sie hätte es ruhig aufschreiben können, gerade weil das Buch so ein gewichtiger Teil ihres eigenen ist, und du sagst selbst, du schreibst dran woher es ist.

    Das schlimmste daran ist ja was für ein Dreck dieses Buch ist, also das Axolotl Roadkill ding. Mann.

    Und wie läuft es mit Ihrem Roman, Herr Kulla?

  3. Ich hab das Buch nicht gelesen, aber in der Diskussion geht es ja offenbar auch nur am Rande darum. Wichtiger scheinen Autoren-Eitelkeiten, gefühlte Verletzungen (des Urheberrechts) und die Titulierung der Autorin als “Fräulein” zu sein.

    Mit meinen Büchern geht’s erst weiter, wenn ich die Probleme meiner Reproduktion gelöst habe. Hoffentlich also im Sommer.

  4. Ich habe den Eindruck, dass es daran liegt, dass die deutsche absurd dumme und geschmacklose Literaturkritik (sorry wunder Punkt https://shigekuni.wordpress.com/2009/07/10/german-critics-in-action/) sich an der scheinbaren Authentizität des Buchs aufgegeilt hat (Sex! Drogen! Jugendkultur! 17jähriges Mädchen! (das zieht immer, siehe Zoe Jenny)) und jetzt is halt Essig damit, da offensichtlich etwas ganz anderes vorliegt, nämlich ein Buch von einer einigermaßen cleveren Autorin, die mäßig Talent für Prosa, aber dafür andere literarische Talente hat, aber darauf kann man sich jetzt nicht mehr zurückziehen, weil man wegen der eingebildeten Authentizität das Buch in den Himmel gelobt hat, auch aufgrund von Qualitäten die es nunmal nicht hat. Manche beschimpfen jetzt die Autorin, manche, wie der unleidliche Herr Weidemann behaupten einfach, das Buch sei nach wie vor eine schriftstellerische Offenbarung. Das geht mir alles ziemmisch auffen Sack.

  5. Jetzt erfahre ich, daß sie schon vor der großen Aufregung Airen in ndie Dankesliste aufgenommen hat und dieser erklärt, er wäre mit der Quellennennung in der nächsten Auflage – die ja bald kommen wird – abgefunden.

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