It’s Britney, Bitch! (2)

Ha. Nicht zu fassen. Ein Artikel in der faz, den ich nicht ärgerlich finde, über “the legendary Ms. Britney Spears”. Gut, sich über die breite Berichterstattung über die Person Britney zu beschweren und dann selbst dazu beizutragen ist sicher nicht wohl überlegt, aber wenn man sinnvolles sagt, darf man das. Die beiden relevanten Passagen sind folgende:

So etwas steht inzwischen nicht mehr nur in bunten, sondern auch in seriösen deutschen Blättern. Komisch, dass es so oft junge Frauen trifft, Paris Hilton oder der jungen amerikanischen Schauspielerin Lindsay Lohan ergeht es nämlich genauso. Pete Doherty dagegen ist eher die Ausnahme von der Regel, außerdem ist das Image des suchtkranken englischen Sängers eher das des letzten ungezähmten Rockrebellen.

sowie

Es ist fast unmöglich geworden, unbefangen über die amerikanische Sängerin zu schreiben, weil einfach zu viel Ressentiment im Raum steht, das erst mal weggeräumt werden muss. Britney Spears ist zum Politikum geworden, wer sich zu ihr äußert, bezieht Partei – weil es auch eine Frage der Politik ist, einer jungen Mutter das gleiche Recht auf Eskapaden zu gestatten wie zum Beispiel einem Robbie Williams. Und da gibt es eben eine Partei, die duzt.

Faszinierenderweise ist es auch diesem Artikel, bis vielleicht auf Teile der zaghaften Andeutungen in den zitierten Passagen, nicht gelungen, das Level von Reflexion, das ein Lied wie Piece of me vom aktuellen Album bereits erreicht hat, zu übersteigen. Dass man mit sowas Geld verdient. Pfff.
Ich möchte schließen mit der Bitte um einen Dubstep oder Breakcore remix des Albums. Wenn das jemand liest der sowas macht oder erfährt, daß sowas gemacht wurde, bitte benachrichtigen Sie mich.

Guess I can’t see the harm
In working and being a mama
And with a kid on my arm
I’m still an exceptional earner (B. Spears, Piece of Me)

Thea Dorn

Bei Menschen, die in einer Sache etwas Richtiges sagen, bin ich immer maßlos enttäuscht, wenn sie dann ärgerliche Sachen auf anderen Gebieten erzählen. Und selten kommen gut und schlecht so oft im Doppelpack wie beim Feminismus. Thea Dorn ist eine der wenigen Menschen in Deutschland, die ein großes Publikum hat und trotzdem quasi reihenweise sinnvolle Dinge über den Feminismus zu sagen hat. Ob sie über Eva Hermann oder über den Feminismus allgemein spricht, es ist immer ziemlich genau und zutreffend, was sie zu sagen hat, aber wenn man sie nur ein bißchen läßt, sagt sie im Anschluß immer noch etwas über den Islam. Der scheint ja ohnehin heute in jedes Diskussionseckchen zu passen, neuerdings auch in die Anti-Pauli-Hetze der Welt . Bei Thea Dorn fängt das dann bei wohlfeilem Muslim-Bashing an und hört damit auf, daß man in der Bücherfernsehsendung die man ganz anständig moderiert, dem unsäglichen Herrn Broder Zeit, Raum und Lob für seine wirklich übelriechende Dummheit gibt. Diese Menschen, die Schwierigkeiten mit komplexen Sachverhalten haben und dann gerne den anderen die Beschränktheit vorwerfen, die sie selbst zur Schau tragen. Beim Herrn Broder ist da schon nichts mehr zu hoffen. Aber Thea Dorn? Womit wir beim Ausgangsärger wären. Wieso können Menschen, die sich bei einem wichtigen und schwierigen Sachverhalt vernünftig aufführen, das nicht auch bei anderen tun?
Furchtbar, das.