Blöde Gesellschaftsspiele

Nummer Eins: In Broders neuer Kolumne die Unwahrheiten finden. Hab es gerade überflogen und bei zehn aufgehört. Gibt es für sowas nicht nen copy editor? Himmel. Höherer Schwierigkeitsgrad: einfache Unwahrheiten von glatten Lügen trennen.

Obwohl ich Doros Option (“der meint das gar nicht so, das ist alles Ironie”) akzeptieren kann, verweise ich jetzt schon auf die zustimmenden Reaktionen der guten Deutschen im SPON Forum, bei P.I. und anderen unerfreulichen Marktplätzen der müden Meinung.

Bah. Und dafür steh ich auf.

Autoritäten

Es geht mir hierbei gar nicht um die Sache an sich, sondern um so Geschichen wie disfranchisement und so. Im Zusammenhang mit dem Islam in D gerade besonders eklig, jüngstes Beispiel, SPON berichtet über ein Kopftuchverbot an einer Düsseldorfer Schule:

“Wir leben in einem Land, das an christlichen und demokratischen Werten orientiert ist. Das Kopftuch wird von uns als Symbol der Unterdrückung der Frau und fehlender Gleichberechtigung betrachtet. (…) Wer unbedingt möchte, dass seine Tochter in der Schule ein Kopftuch trägt, sollte sich gut überlegen, ob die Anne-Frank-Realschule die richtige Schule für seine Weltanschauung und seine Tochter ist.”

und dann später im selben Artikel

Laut Bezirksregierung erklärte der Rektor, er habe bei berufsvorbereitenden Praktika seiner Schüler oft die Erfahrung gemacht, dass die Gesellschaft immer noch große Vorbehalte gegen Muslime mit Kopftüchern habe. Nur deshalb habe er die Schülerinnen ermutigen wollen, in Schule und Beruf auf das Kopftuch zu verzichten.

Protestantensau

Immer diese Moslems! Das hier in SPON

Wegen eines papstkritischen Liedes wird der evangelische Pfarrer und Liedermacher Clemens Bittlinger von katholischen Fundamentalisten mit Morddrohungen attackiert und im Internet wüst beschimpft. Die Polizei nimmt die Drohungen ernst.

In seinem Song “Mensch Benedikt” hält Bittlinger Benedikt XVI. unter anderem vor, durch die Ablehnung von Kondomen die Ausbreitung von Aids in Afrika zu fördern. Zudem kritisiert der Darmstädter Pfarrer und Liedermacher die Haltung des Papstes, keine andere Kirche neben der katholischen anzuerkennen. Seit Bittlinger seinen Song im Mai auf dem Osnabrücker Katholikentag aufführte, sind laut Informationen des SPIEGEL auf rechtskonservativen katholischen Internet-Seiten zornige Hinweise auf den Song erschienen.

Die Wutwelle habe ihn “vollkommen unerwartet” getroffen, sagt Bittlinger. In Drohschreiben wird der Songschreiber als “dreckige Protestantensau” bezeichnet, andere halten ihn für “vom Teufel besessen”, einen “Stinker” oder beklagen, keine “Aggressionen” gegen ihn “rauslassen” zu können. Die hessische Polizei nahm die Drohungen so ernst, dass sie ein Konzert unter Polizeischutz stellte und eine verdächtige Postsendung an ihn von einer Spezialeinheit öffnen ließ.

Der Freund meines Feindes, nein, der Feind, nein, wie war das noch mal?

Albernes (wiedermal) bei Lizas Welt, wo die Autorin in einem Artikel über Frau Amirpur schreibt

Man kann es nicht einmal mehr Appeasement nennen, was die promovierte Koranexegetin betreibt – es ist eine Form von Kollaboration.

Denn wenn man schon nicht die gleiche, wie selbstverständlich RICHTIGE, Meinung vertritt wie Liza, hat man nicht einfach unrecht, nein, im Grunde arbeitet man dem FEIND zu. Subtilitäten sind da reine Korinthenkackerei, nuschelt sie einem ins Ohr, zumindest bei diesem Thema. Man möchte es nochmals unterstreichen. FEIND. Daß das klar ist. Der Feind ist der Feind und der muß WEG! *hust* So einfach kann die Welt gleich sein. Ach ist das lustig. Ein paar Scheiben Jingoismus, eine Messerspitze Rassismus und ein gehäufter Löffel Sexismus, fertig ist die Pampe. Na, Appetit?

Liza schließt mit einem bedauernden (und bedauernswerten) Nachsatz

Leider ist das hierzulande nicht strafbar

In ganz verzweifelten Momenten denk ich das zugegebenermaßen auch. Frau Amirpur meine ich damit aber nicht.

Going to the movies

Hm. In der Dutch News dies

Entertainment entrepreneur Harry de Winter has taken out a page-wide advert on the front page of Monday’s Volkskrant newspaper accusing MP Geert Wilders of racism.

‘If Wilders said the same about Jews and the Old Testament as he does about Muslims (and the Koran) he would have been long picked up and sentenced for anti-semitism,’ the advert reads.

Zusammen mit der überwältigend negativen Berichterstattung von Publikationen wie Spiegel Online, die sonst eigentlich recht zuverlässig das Abendland verteidigen, es scheint, als ob Broder mal recht hat? Er schreibt nämlich

Geert Wilders mag vieles sein – selbstbewusst bis an die Grenze der Eitelkeit, borniert bis an den Rand der Selbstaufgabe. Ein “Rechtspopulist” ist er nicht. Erstens ist er ein radikaler Liberaler, zweitens ist das, was er gerade macht, extrem unpopulär.

Das und das was folgt, muß Broder natürlich schreiben, damit er sich selbst eine Rechtspopulismusfreiheit bescheinigen kann. Aber trotzdem: hat er nicht recht? Selbstverständlich hat er nicht recht, denn, wie eine von Broder selbst verlinkte Besprechung des Films feststellt:

Doch wie soll sich ein westliches Publikum, das mit den aufwendig inszenierten Bilderwelten Hollywoods groß geworden ist, mit dieser dilettantisch inszenierten, antiquierten Hauruck-Ästhetik politisch mobilisieren lassen, die Wilders in “Fitna” bietet?

Es ist die Form des Produkts, die Geert Wilders Film auf solche zurückhaltende und -weisende Reaktionen treffen läßt. Längst gibt es populärere und besser gemachte filmische Formulierungen der selben haßerfüllten Idee, etwa Edward Zwick’s Film The Siege. All das ist längst ein gängiges und beliebtes Element der Populärkultur und nur das dumpfe Vorgehen Geert Wilders ist es, das die Leute zurückstößt. Inhaltlich liegen sie voll auf seiner Linie, und es ist keine wilde Zusatzannahme, daß Wilders, wie schon beim Streit um den EU Beitritt, diese ‘Volksmeinung’ seinen Parolen zugrunde legt. Das würde ihn tatsächlich zum Populisten machen, ob Herr Broder das glaubt oder nicht. Der andere Aspekt, das mit dem Rechtspopulisten, da liefert Broder selbst die besten Gegenargumente und ich kann nur auf den werten Herrn zurückverweisen.

Kinoabend

heute fitna ansehen wollen. das hier gefunden.

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