"Senile Selbstbefriedigung": Kertész über Kunst

Der wunderbare Imre Kertész:

Wäre es das, was die Literaten “Begabung” nennen? Ich glaube kaum. Mit keiner meiner Taten, Worte, Äußerungen habe ich je ein Zeichen irgendeiner Begabung oder Originalität gegeben – allenfalls damit, daß ich am Leben blieb. Ich habe mich nicht in erfundene Geschichten hineingeträumt; ich mußte nicht einmal etwas mit dem anzufangen, was mir widerfuhr. Die erlösende Stimme der Berufung drank kein einziges Mal an mein Ohr, die Summe meiner Erfahrungen konnte nur meine Überflüssigkeit bestätigen, nie meine Wichtigkeit. Das erlösende Wort war mir nicht zu eigen; Vollkommenheit hat mich nicht interessiert, und auch nicht Schönheit, von der ich nicht einmal weiß, was das ist. Den Gedanken an Ruhm halte ich für senile Selbstbefriedigung, den an Unsterblichkeit einfach für lächerlich.

– Imre Kertész, Fiasko (trans. György Buda)

Traduttore, traditore! (1)

The great Imre Kertesz (anyone who gives a fig for my opinions, please feel urged to read this author if you haven’t already!) on being translated:

I really tried to protest against the first translations, but I found complete rejection. The publisher was not willing to do new translations. It was a really bad feeling. It was as if you had a very sane character who has a rendezvous with the reader and the person who shows up is basically a real jerk, with a stammer, bad breath and a foul mouth